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Geschichte 1882-1931


Leider sind über die ersten 20 Jahre des Bestehens unserer Wehr keine Unterlagen mehr aufzufinden und die vorhandenen Jahresberichte reichen nur bis zum Jahre 1906 zurück.
Aus Protokollen von Gemeindeausschußsitzungen konnten wir jedoch noch Folgendes erfahren:
So wurde am 19. Dezember 1882 festgehalten:
"Es sei auf das Gesuch der Freiwilligen Feuerwehr Simbach zu erwidern, dass sich der obere Teil der Gemeinde (Erlach, Waltersdorf, Winklham, Brandstatt, Weinberg, Dötling und Dietmanning) an dieselbe anschließt und jährlich 10 Mark Entschädigung derselben bezahlt. Der übrige Teil aber an die Fr. Feuerwehr in Stubenberg, unter gleicher Entschädigung, jedoch überall in widerruflicher Weise."

Dass der Ankauf einer Feuerlöschmaschine für die Gemeinde Erlach schon vor der Feuerwehrgründung beschlossen wurde, geht aus dem Protokoll vom 28. Oktober 1884 hervor. Es heißt da:
"Als zweiter Gegenstand der heutigen Versammlung wurde der Gemeindeversammlung die Anschaffung einer Feuerlöschmaschine zur Beschlußfassung vorgelegt. Sämtliche Gemeindemitglieder stimmten dem Antrage, bzw. Beschlusse des Gemeindeausschusses vom 28 Okt. des Jahres bei, dass eine Löschmaschine samt Zubehör im Ankaufspreise von 1200 Mark anzuschaffen sei."

Mit einem Schreiben vom 7. Nov. 1884 wurde dann der nebenstehend im Original abgedruckte Vertrag der Firma Justus Christian Braun in Nürnberg der Gemeindeverwaltung Erlach übersandt (zum vergrößern auf Bild klicken).
Ein weiterer Gesamtgemeidebeschluß vom 12. Febr. 1885 besagt:
"Die Gemeindeversammlung genehmigte auf Antrag zu Ausrüstung einer gründenden Freiwilligen Feuerwehr 220 Mark."
Somit ist das von uns in einem Mitgliederbuch festgestellte Gründungsdatum vom 15.02.1885 als richtig anzusehen. Über die Gründungsversammlung selbst konnte nichts gefunden werden, doch sind folgende Namen von Gründungsmitgliedern überliefert:
Max Buchner, Benno Meisenberger, Eduard Gröbner, Franz Kahlhammer, Winkler.
Im Protokoll vom 10.Aug. 1885 ist dann zu lesen:
"Betreff: Erbauung eines neuen Feuerlöschrequisitenhauses. In der unterm heutigen stattgehabten Gemeindebürger der Ladung gemäß erschienen waren, wurde die Erbauung eines neuen Feuerlöschrequisitenhauses und die öffentl. Versteigerung des Baues an den Wenigsten nehmenden beschlossen, ferner die erforderliche Summe hierfür im Betrag zu 795.76 Mark bewilligt."

Im Bericht des Jahres 1906 ist dann zu lesen, dass bei einer Versammlung am 08.01. Benno Kohlmaier zum Hauptmann gewählt wurde.
Ab diesem Jahr sind auch Übungen mit der Pflichtfeuerwehr erwähnt, die bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges beibehalten wurden.

Im Jahre 1910 wird im Januar von zwei großen Bränden berichtet:
"Am 11.Januar abends 18:30 Uhr brach in einem Stadel in Waltersdorf Feuer aus, welches den ganzen Stadel samt Futtervorräten einäscherte. Außer der Ortsfeuerwehr sind erschienen: Simbach, Stubenberg, Prienbach, Braunau, Ranshofen, Kirchberg, Ering und Eggstetten. Sämtliche Wehren haben gut und ruhig zusammengearbeitet, jedoch stellte sich schon nach 21 Uhr etwas Wassermangel ein und es wurde dann durch 5 Spritzen das Wasser vom sog. Weißenweiher nach der Brandstätte geleitet. Die auswärtigen Feuerwehren wurden um 1 Uhr früh entlassen. Die Ortsfeuerwehr blieb bis 6 Uhr abends noch am Brandplatz und des nachts über blieben noch 2 Mann als Brandwache am Brandplatz. Das Feuer hatte ein Handwerksbursche aus Haselbach bei Passau gelegt."

Über den zweiten Brand heißt es:
"Am 30. Januar abends 23:30 Uhr brach in einem Stadel Feuer aus, welches das ganze Anwesen total einäscherte. Außer der Ortsfeuerwehr sind erschienen: Simbach mit 2 Spritzen, Braunau, Ranshofen, Prienbach, Stubenberg, Ering, Kirchberg, Julbach, Eggstetten und Kirchdorf. Die Ortsfeuerwehr blieb bis Dienstag, den 1. Februar abends 5 Uhr am Brandplatz. Am 1. Februar wurde unser Mitglied Josef Dietl von Weinberg beerdigt und konnten leider sich nur 8 Mann mit Fahne bei der Beerdigung beteiligen, da die übrige Mannschaft noch am Brandplatze arbeiten musste."

Am 8.1 wurde Franz Roiter zum Vorstand gewählt. Auch eine Theatergesellschaft war damals aktiv, denn es ist von zwei Aufführungen eines Wohltätigkeits-Theaters im April und des Stückes "Der Paragraphenschuster" unter Leitung von Anton Achatz im Dezember zu lesen.

Am 7.1 1912 wurde Jakob Schöberl zum Vorstand gewählt. Es ist interessant, dass im Jahre 1912 der Monatsbeitrag von 15 auf 10 Pfennige herabgesetzt wurde. Eine Eintragung lautet: "Unsere Kompanie ist 27 Mann stark."

Am 19.1.1913 war die Wahl der "Kompagnie-Chargen". Das Ergebnis zeigte, dass neben Vorstand Jakob Schöberl, Kommandant Benno Kohlmaier, Lorenz Reißl das Amt des Schriftführers und Josef Meisenberger das des Kassiers ausübte.

Aus den Kriegsjahren 1914 bis 1918 sind keine Aufzeichnungen vorhanden.

Am 8.8.1920 wurde Lorenz Reißl zum Kommandanten gewählt und zu seinem Nachfolger als Schriftführer Hermann Friesinger.

"Am 13.März 1921 nachmittags, 2 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Waldbrande nach Waltersdorf alarmiert. Dank des raschen Eingreifens derselben konnte der Brand gelöscht werden, ehe er weiter um sich greifen konnte. Das Wasser wurde von der Obermaier-Grube genommen. Länge der Schlauchleitung ca. 170 Meter. Die Spritze funktionierte gut. Der Brand war in 1/2 Stunde gelöscht."

Die Auswirkungen der Inflation (aufgrund des Krieges) sind aus der Eintragung über die Christbaumfeier am 26.12.1922, bei der auch das Volksstück "Jägerblut" zur Aufführung kam, zu ersehen, denn es steht da:
"Das Ergebnis der Veranstaltung war sehr günstig und beziffert sich auf über 71 000 Mark." Ebenso heißt es unter der Generalversammlung vom 26. Januar 1923: "In anbetracht der Umstände ist die Vermögenslage des Vereins keine ungünstige zu nennen. Es wurde beschlossen, einen Teil des Vermögens wertbeständig, d.h. durch Ankauf von Naturalien anzulegen."

Über den Großbrand in Waltersdorf steht im Jahresbericht von 1923 folgendes:
"Am 26. August nachts 22:30 Uhr, einer schönen mondhellen Nacht, ertönte Feueralarm. Großfeuer in Waltersdorf! Es brannten die Stallungen und der Stadel zweier Ökonomen. In denkbar kürzester Zeit war unsere Wehr am Platze und begann ihre Tätigkeit am unteren Brandherd, wo es gelang, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken und die Feuerwehren von Simbach, Braunau, Ranshofen, Stubenberg, Prienbach, Kirchberg, Kirchdorf, Eggstetten, Julbach und Wittibreut erschienen, so dass den beiden Brandherden energisch auf den Leib gerückt werden konnte, so dass auch bei dem zweiten Brandplatz das Wohnhaus gerettet werden konnte. Leider stellte sich bald Wassermangel ein, da bei der Anzahl der erschienen Feuerwehren die vorhandenen Reserven bald erschöpft waren. Es musste daher eine Schlauchleitung vom Weißenweiher in Erlach nach Waltersdorf gelegt werden. Eine ungeheure Zuschauermenge, speziell aus Simbach und Braunau hatte das Feuer angelockt, die, wie in solchen Fällen stets üblich, der Feuerwehr überall im Wege stand und nur durch energisches Eingreifen der Gendarmerie dazu zu bringen war, Hand an die Spritzen zu legen. Gegen 5 Uhr früh konnten die meisten fremden Feuerwehren, deren kameradschaftlicher, hilfsbereiter Geist sich bei diesem Brandunglücke wieder glänzend bewies, abfahren. Tagsüber hatte die Feuerwehr Erlach fast nur mit dem Ablöschen zu tun. Die Nacht vom 27. auf 28. stellte besonders große Anforderungen an sie, indem sich abends ein starker Wind erhob, der die Gluten wieder zu hellen Flammen anfachte und es nur angestrengtester Tätigkeit und größter Aufmerksamkeit bedurfte, um ein weiteres Unglück zu verhindern. Die Unglücksnacht von Walterdorf wird ein dauerndes Ehrenblatt in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Erlach bleiben!" Bei der Generalversammlung am 24.2.1924 wurde Josef Meisenberger zum Vorstand gewählt, sein Nachfolger als Kassier wurde Josef Pichler.

Am 5. März 1926 abends brach in einem Anwesen Feuer aus, wobei Stadl, Stallung und Nebengebäude niederbrannten. Von den auswärtigen Vereinen waren erschienen: Simbach, Braunau, Haselbach, Kirchberg, Kirchdorf, Prienbach und Stubenberg. Nach gelöschtem Brand wurde am Brandplatz eine stärkere Feuerwache zurückgelassen.

Am 30. Mai des selben Jahres hat unsere Wehr ihr 40-jähriges Gründungs-Jubiläum gefeiert. Am Vorabend war ein Fackelzug zum Friedhof, wo dann auf den Gräbern der verstorbenen Mitglieder und Wohltäter der Feuerwehr zum Gedenken Kränze niedergelegt wurden. Am Sonntag beteiligten sich 37 auswärtige Vereine am Jubiläum mit Fahnenweihe. Als Fahnenmutter fungierte Frau Fanny Niederhauser, als Trauermutter Frau Therese Meisenberger, beide aus Waltersdorf. Auch die Herbergs-Ehegatten Hedwig und Hermann Ecker stifteten ein Erinnerungsband.
Bei der Versammlung am 20.2.1927 wurde Josef Winkler zum Schriftführer gewählt, der dieses Amt dann bis zum Jahre 1956 ausübte.

Im Jahre 1929 wurde vermerkt, dass zu keinem Brand ausgerückt werden musste, was seit 10 Jahren nicht mehr der Fall war.

Im Oktober 1931 wurde bei einer Versammlung bekannt gegeben, dass die Wehr ein zweites Löschgerät erworben hat, um den Preis von 520 Mark von der Firma Schmelcher in Simbach und wird nach Erbauung eines Feuerwehrhauses in Winklham eine Spritze nach dort geführt werden.